Der Bund arbeitet daran, den neuen Personalausweis mit elektronischem Identitätsnachweis attraktiver zu machen. Denn die zusätzliche Funktion stößt bisher bei den Bürgern auf wenig Anklang. Währenddessen warten große Privatunternehmen mit einem ernsthaften Konkurrenzsystem zur Identifikation im Internet auf.

 

Kaum bekannt: eID

Der elektronische Identitätsnachweis (eID) hat sich bisher noch nicht durchgesetzt. Experten gehen davon aus, dass dies weniger an der Leistungsfähigkeit des Systems als am aufwendigen Zertifizierungsprozess liegt – vielleicht aber auch an der mangelhaften Kommunikation. Viele Bürger kennen eID überhaupt nicht. Dazu kommt, dass die Identifikation mit dem Personalausweis nur mit einem Kartenlesegerät möglich ist, das vom Anwender selbst bezahlt werden muss. Um eID interessanter zu machen, hat der Bund auf der CeBIT Neuerungen vorgestellt. Mit der Software „AusweisApp2” sollen digitale Behördengänge auch mit mobilen Geräten einfacher werden. Die App für Smartphones und Tablets (demnächst auch für das iPhone) kommt ohne zusätzliche Hardware aus.

 

Deutsche Unternehmen preschen voran

Eine Allianz aus großen deutschen Unternehmen arbeitet an einem ganz anderen Generalschlüssel für das Netz. Die Konzerne Allianz, Deutsche Bank, Axel Springer, Postbank und Daimler planen eine neue Technologie, mit der sich Menschen besser, einfacher und sicherer auf Internetseiten ausweisen können. Das System soll es ermöglichen, dass die Nutzer gleichzeitig alle Dienste der angeschlossenen Unternehmen im Netz nutzen können – die Identifikation läuft dabei einheitlich ab. Der Generalschlüssel stellt für viele eine ernsthafte Konkurrenz für das eID im Zusammenhang mit dem Personalausweis dar. Denn dieses ist auch für den Online-Handel oder die Kommunikation mit Versicherungen vorgesehen.

 

Neues Gesetz soll eID stärken

Der Bund plant jetzt ein neues Gesetz, um den neuen Personalausweis attraktiver zu machen. Darin ist geplant, dass der neue Personalausweis von vornherein über eine aktive eID-Funktion verfügt. Die Regelung soll zudem bürokratische Hürden abbauen und damit den Zertifizierungsprozess vereinfachen. So soll der Personalausweis in einem zweiten Anlauf zum allgemein verbreiteten Authentifizierungsinstrument werden.