Varianten, Einsatzgebiete und Anforderungen

Da mittlerweile fast alle Menschen in Deutschland über einen Internetzugang verfügen, wird auch das Angebot an unterschiedlichen Diensten immer umfangreicher. Häufig ist es dabei jedoch nötig, die Identität der Nutzer eindeutig zu bestimmen. Zu diesem Zweck kommt die digitale Identität zum Einsatz. Diese Reihe erklärt, was es damit auf sich hat. Der erste Teil stellt verschiedene Varianten, Einsatzgebiete und Anforderungen vor.

 

Unterschiedliche Formen der digitalen Identität

Im Internet gibt es unterschiedliche Dienste, bei denen auch verschiedene Formen der digitalen Identität notwendig sind, um sie nutzen zu können. Es kommt hinzu, dass auch die Anwender in einigen Fällen entscheiden können, auf welche Weise sie sich identifizieren. Das kann in vielen Fällen für Verwirrung sorgen. Zum Einstieg in dieses Thema erklärt der Text daher die unterschiedlichen Formen der digitalen Identität.

 

Anonyme Identität

Die anonyme Identität ist die schwächste Form der digitalen Identität. Hierzu zählen Wegwerf-E-Mail-Adressen genauso wie Fake-Accounts für Blogs und Foren. Hierbei ist es nicht möglich, eine Verbindung zur echten Person herzustellen. Daher nutzen sie insbesondere Menschen, die diese Dienste anonym nutzen möchten. Außerdem sind diese Identitäten nur für einen kurzfristigen Zweck ausgelegt.

 

Pseudonymisierte Identität

Wenn ein Nutzer regelmäßig in Foren teilnimmt oder ähnliche Dienste nutzt, benötigt er dafür einen Nutzernamen. Meist wollen die Anwender dabei zwar ernsthaft an der Diskussion teilnehmen, ihren tatsächlichen Namen jedoch nicht offenlegen. In diesem Fall spricht man von einer pseudonymisierten Identität. Diese lässt keine Verbindung zur echten Person erkennen, sie ermöglicht jedoch eine dauerhafte Interaktion mit anderen Anwendern.

 

Selbsterklärte Identität

Bei vielen Diensten kommt eine selbsterklärte Identität zum Einsatz. Dabei gibt der Nutzer seine persönlichen Daten an – beispielsweise seinen Namen, seine E-Mail-Adresse und seine Anschrift. Für die Richtigkeit ist ausschließlich er selbst verantwortlich. Diese Form der Identität wird oft bei Onlinebestellungen verwendet. Sie stellt jedoch nicht sicher, dass die Angaben wahrheitsgetreu sind.

 

Gesellschaftlich validierte Identität

Wenn ein Nutzer etwa in sozialen Netzwerken seine Identität preisgibt, dann kommt es dabei häufig zu einer gesellschaftlichen Validierung. Das bedeutet, dass andere Anwender die entsprechende Identität anerkennen und auf diese Weise die Richtigkeit bestätigen. Diese Form der Validierung ist zwar in vielen Bereichen recht zuverlässig, allerdings besteht dabei keine rechtliche Absicherung.

 

Verifizierte Identität

In einigen Fällen ist es notwendig, die Identität einer Person zu verifizieren. Das bedeutet, dass der entsprechende Dienst überprüfen muss, ob die gemachten Angaben tatsächlich mit der realen Person übereinstimmen. So entsteht eine bestätigte Identität, bei der der jeweilige Anbieter die persönlichen Angaben zweifelsfrei feststellt. Diese ist die Grundlage von Vertragsabschlüssen im Internet.

 

Verschiedene Einsatzgebiete der digitalen Identität

Wenn man von einer digitalen Identität spricht, handelt es sich dabei in der Regel um eine verifizierte Identität. Das heißt, dass hierbei ein Überprüfungsverfahren zum Einsatz kommen muss, das die Angaben absichert. So kann der Anbieter davon ausgehen, dass es sich bei der Identität um eine reale Person handelt und dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen. Das hilft nicht nur dabei, für mehr Sicherheit bei Vertragsabschlüssen zu sorgen. Zudem ist es in einigen Bereichen auch gesetzlich vorgeschrieben, die Identität des Kunden zu überprüfen.

 

Altersverifikation

Es gibt viele Dienste, für die der Gesetzgeber ein bestimmtes Mindestalter vorschreibt. Das ist beispielsweise beim Verkauf von Alkohol und Zigaretten oder bei altersbeschränkten Filmen der Fall. Glücksspiele sind für Minderjährige ebenfalls verboten. Daher ist es bei diesen Angeboten notwendig, das Alter zu überprüfen. Hierfür kommt eine besondere Form der digitalen Identität zum Einsatz – die Altersverifikation.

 

Vertragsschlüsse

Beim Abschluss eines Vertrags ist es wichtig, dass beide Parteien die genaue Identität des Vertragspartners kennen. Nur so ist es möglich, im Falle einer Nichteinhaltung entsprechende Ansprüche geltend zu machen. Daher ist eine verifizierte Identität als Grundlage eines Vertragsschlusses im Internet unverzichtbar. In einigen Fällen – zum Beispiel beim Vertrag zur Eröffnung eines Bankkontos – ist diese Überprüfung auch gesetzlich vorgeschrieben.

 

Bürgerdienste

Immer mehr Behörden bieten ihre Dienste auch online an. Das ermöglicht es den Bürgern unter anderem, ihren Wohnsitz umzumelden oder andere Dienste der Verwaltungsstelle in Anspruch zu nehmen. Auch hierbei ist es wichtig, die Identität zu überprüfen. So stellen die Ämter sicher, dass eine Person nur die Angaben, die sie selbst betreffen, ändern kann.

 

Welche Anforderungen muss ein System für die digitale Identität erfüllen?

Es gibt in Deutschland bereits mehrere Projekte und Initiativen, die eine Verifizierung der digitalen Identität anbieten möchten. Diese müssen ein spezielles Verfahren implementieren, mit dessen Hilfe sie die Angaben zweifelsfrei überprüfen können. Damit dies reibungslos abläuft und damit die Nutzer ihre digitale Identität in verschiedenen Bereichen nutzen können, ist es wichtig, die Anforderungen an diese Dienste zu erfüllen.

 

Authentifizierung

Sehr wichtig ist es, dass die verschiedenen Dienste die Authentifizierung erleichtern. Normalerweise ist es für jeden Onlinedienst notwendig, einen eigenen Benutzernamen zu verwenden und ein neues Passwort zu erstellen. Aufgrund der Fülle an Angeboten ist es für die Nutzer jedoch beinahe unmöglich, sich alle Log-in-Daten zu merken. Darum ist es sinnvoll, für alle Dienste eine allgemeine Authentifizierung zu verwenden. Facebook und Google bieten etwa die Möglichkeit, sich über den entsprechenden Account auch bei anderen Webdiensten anzumelden.

 

Identifizierung

Das Internet ist durch eine hohe Anonymität geprägt. Das erschwert es, die Identität eines Nutzers eindeutig zu ermitteln. Deshalb sind hierbei spezialisierte Anbieter notwendig, die hierfür geeignete Verfahren entwickeln. So verbinden sie jede Authentifizierung mit einer realen Person und können die Identität auf Wunsch gegenüber anderen Dienstleistern bestätigen.

 

Authentizität, Vertraulichkeit und Integrität beim Versand von Nachrichten

Die Identität ist auch häufig beim Versand von Nachrichten von Bedeutung. Bei sensiblen Informationen ist es essentiell, dass der Empfänger den Absender zweifelsfrei feststellen kann. Deswegen ist auch hierbei ein Dienstleister notwendig, der dessen Identität und damit die Authentizität der Nachricht bestätigt. Darüber hinaus stellt er die Integrität der Botschaft sicher und sorgt für die notwendige Vertraulichkeit.