Die Bewertung der Risiken von weltweit agierenden Unternehmen wird immer komplexer. Durch die große Ausweitung des Tätigkeitsbereichs gewinnen viele Faktoren an Bedeutung. Eine Wirtschaftskrise in einem weit entfernten Land kann die Geschäfte genauso beeinflussen wie politische oder soziale Spannungen in anderen Gebieten. Hinzu kommt, dass neue Technologien die Geschäftstätigkeit verändern und neben zahlreichen Chancen auch viele Risiken für die Unternehmen mit sich bringen. Die Aufgabe des Risikomanagers besteht darin, in diesem turbulenten Umfeld für Stabilität und Berechenbarkeit zu sorgen. Digitale Technologien bieten vielfältige Möglichkeiten, um das umfangreiche Datenmaterial, das hierfür notwendig ist, zu verarbeiten.

 

Langsame Verbreitung digitaler Technologien im Risikomanagement

Dass die Nutzung von Big Data und digitaler Analysetechniken die Aufarbeitung der komplexen Daten erleichtert, liegt auf der Hand. Dennoch kommen diese Techniken bislang nur in recht wenigen Unternehmen zum Einsatz. Ein Grund dafür: Das Budget ist zu gering, um größere Investitionen in diesem Bereich zu unternehmen. Außerdem hängen einige Entscheidungsträger einem klassischen Geschäftsmodell an und unterstützen die Einführung digitaler Methoden daher kaum. Dennoch ist es von großer Bedeutung, diese Hindernisse zu überwinden, um nicht hinter die Konkurrenten zurückzufallen. Entsprechend sollten digitale Technologien sowohl bei der Ausarbeitung der Unternehmensziele und -strategien als auch bei der Personalrekrutierung berücksichtigt werden.

 

Digitalisierung verändert die Rolle des Risikomanagers

Der Prozess der Digitalisierung verändert auch die Rolle des Risikomanagers. Während früher die Auswertung und die Analyse der Daten im Mittelpunkt der Tätigkeit standen, übernimmt diese Aufgabe immer häufiger der Computer. Eines der wesentlichen Aufgabenfelder der Risikomanager besteht nun darin, anhand der gewonnenen Daten umfassendere Strategien zu entwickeln. Da sie sich um die Implementierung und Verwendung neuer Technologien kümmern, steigt ihre Bedeutung für Innovationsprozesse. Sie werden zu Beratern der Geschäftsführung und haben die Aufgabe, dieser durch die Erarbeitung datenbasierter Konzepte einen hohen Mehrwert zu bieten. Softskills wie die Kommunikationsfähigkeit werden daher ebenfalls immer wichtiger. Prinzipiell kann man sagen, dass sich Kommunikation und Digitalisierung ergänzen und ganz neue Felder entstehen.