Mit Hannah Klose führt eine Moderatorin durch das Programm der solutions.hamburg 2018 , die nicht nur die Bühnen der Gründer- und Digitalszene im Sturm erobert hat, sondern die Auswirkungen des digitalen Wandels auch aus eigener Erfahrung genau kennt. Die Wahl-Münchnerin spricht im Interview über ihre persönliche Sicht auf die Digitalisierung und ihre Erwartungen an die solutions.hamburg.

Redaktion: Frau Klose, Sie moderieren regelmäßig Events mit Digital-, Innovations- und Techbezug. Was reizt Sie an derartigen Themen?

Hannah Klose: Ich war vor einigen Jahren als Communication Manager für eine Innovationsberatung tätig. In dieser Zeit habe ich die Welt der Start-ups für mich entdeckt und viele neue Ideen und Produkte kennengelernt. Die Bandbreite der Möglichkeiten, wie ganze Branchen disruptiv auf den Kopf gestellt werden können, hat mich damals sehr begeistert. Durch diesen Job war der Bezug zu Tech, Digitalisierung und Innovation sehr eng und es hat sich schnell herauskristallisiert, dass mich diese beruflichen Themen auch privat interessieren.

In diesem Feld lassen sich immer wieder neue Geschichten entdecken, die es sich zu erzählen lohnt – beispielsweise von einem neuen Produkt, an das vor drei Jahren noch niemand gedacht hat und das nun plötzlich fertig auf der Bühne steht und präsentiert werden kann. Solche Beispiele zeigen, wie im Rahmen der Digitalisierung hinterfragt wird, wie wir als Gesellschaft leben, wie die Wirtschaft arbeitet oder die Politik funktioniert. Diese Fragen finde ich wahnsinnig spannend und herausfordernd. Schließlich wird unsere Zukunft auf diese Weise entscheidend mitgeprägt.

Redaktion: Als Moderatorin zahlreicher Events zu Digitalisierungsthemen kennen Sie die aktuellen Diskussionen in der Szene ja sehr genau. Welchen Eindruck haben Sie vom gegenwärtigen Stand der Digitalisierung in Deutschland?

In diesen Modus zu kommen, dass man nicht nur über Digitalisierung spricht, sondern dass man es auch wirklich tut, ist für mich ein Punkt, den wir in Deutschland unbedingt vorantreiben sollten.

Hannah Klose: In den Veranstaltungen, die ich moderiere, höre ich von vielen vermeintlichen Erfolgsgeschichten. Dadurch ist mein Blick sehr kritisch geworden, denn oftmals bleiben diese Berichte sehr theoretisch – nach dem Motto: „Wir haben die Digitalisierung verstanden und schauen jetzt einmal, wie wir sie im Rahmen unserer Kapazitäten angehen können.“ In Deutschland habe ich daher häufig das Gefühl, dass man nicht ins Machen kommt. Mir fehlt noch so ein Stück weit die aktive Digitalisierung – also hands-on, machen, umsetzen, auch einfach mal probieren. Dies machen viele Start-ups in dem Bereich wunderbar und es treibt sie total voran, dass sie erst einmal testen, testen, testen und schauen: „Funktioniert das? Ist da was? Haben wir ein Produkt? Ist es fertig? Haben wir eine Software? Funktioniert die?“ Darüber kommen sie ins Tun. In diesen Modus zu kommen, dass man Digitalisierung nicht nur lebt und atmet und vielleicht darüber spricht, sondern dass man es auch wirklich tut, ist für mich ein Punkt, den wir in Deutschland unbedingt vorantreiben sollten. Also wirklich unbedingt – daran führt kein Weg vorbei. Das sollte lieber gestern als heute geschehen.

Redaktion: Inwiefern können aus Ihrer Sicht Konferenzen wie die solutions.hamburg dabei helfen, die von Ihnen angesprochene aktive Digitalisierung voranzutreiben?

Hannah Klose: Konferenzen bieten die wunderbare Gelegenheit, sich intensiv mit den Themen zu beschäftigen. Es werden Schwerpunkte gelegt und viele interessante Speaker berichten von ihren konkreten Erfahrungen. Zudem sind Veranstaltungen ein Hotspot von Gleichgesinnten – das gesamte Netzwerk ist vor Ort. Damit ist eine Konferenz wie die solutions.hamburg für mich auch immer ein Platz für Sichtbarkeit, für Transparenz, für Austausch, für das Sammeln von Erfahrungen, für ein Teilen. Denn wenn man auf einer Bühne steht und ein großes Publikum vor sich hat, kann man viele Leute erreichen. Man kann viel mitgeben, aber auch viel mitbekommen. Es ist ein Prozess des Gebens und Nehmens.

Redaktion: Was erhoffen Sie sich persönlich von der solutions.hamburg 2018?

Hannah Klose: Obwohl ich mittlerweile im Süden der Republik lebe, bin ich durch die Familie ein stark geprägtes Nordkind. Ich freue mich daher wahnsinnig auf Hamburg. Schließlich ist die Stadt immer eine Reise wert – gerade zur solutions. Durch meine Tätigkeit bei 12min.me bin ich zudem auch dem solutions-Kernteam sehr verbunden, denn einige waren auch Bestandteil des 12min.me-Teams. Darüber hinaus ist die solutions ein echtes Klassentreffen der Digitalisierungsbranche. Ich freue mich auf viele interessante Speaker, spannende Gespräche und einen regen Erfahrungsaustausch. Ich bin sehr gespannt, was in diesem Jahr wieder passiert. Die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können, sollte man sich jedenfalls nicht entgehen lassen.