Eine Möglichkeit, wie etablierte Unternehmen mit der Geschwindigkeit des digitalen Wandels mithalten können, ohne ihre Traditionen verleugnen zu müssen, stellten Marc Ramelow, geschäftsführender Gesellschafter des Modehauses Ramelow, und Martin Brücher, Geschäftsführer von FASHION CLOUD, einer Content-Plattform für den Modehandel, in einem gemeinsamen Talk auf der solutions.hamburg vor.

Mit dem Investment Ramelows in das Start-up habe sich eine überaus fruchtbare Kooperation für beide Seiten ergeben. Während Ramelow FASHION CLOUD nicht nur wertvolle Kontakte in die Modebranche, sondern innerhalb seiner Häuser auch ein Experimentierfeld für neue Anwendungen liefert, profitiert der Einzelhändler von innovativen Ideen wie der App Clara. Diese gibt dem Verkaufspersonal die Möglichkeit, vom Kunden gewünschte, aber nicht im Laden vorhandene Produkte mit wenigen Klicks beim Lieferanten zu bestellen. Auf diese Weise seien innerhalb von fünf Monaten bereits über 1.000 Bestellungen getätigt und die Kundenzufriedenheit erhöht worden. Die Zusammenarbeit zwischen Ramelow und FASHION CLOUD sei daher ein gutes Beispiel für die funktionierenden Schnittstellen zwischen Tech-Start-up und klassischem Einzelhandel.

„Das Investment ist wie Beratungsgeld. Ich hätte auch für einen sechsstelligen Betrag einen Digitalguru anheuern können. Dann hätte ich wahrscheinlich hunderte Power-Point-Charts bekommen. Ob ich damit erfolgreicher gewesen wäre, stelle ich bis heute stark in Frage. Daher machen wir es anders. Wir investieren das Geld in verschiedene Konzepte und lernen aus diesen Konzepten.“ (Marc Ramelow)

Key Takeaways

Marc Ramelow, Geschäftsführer des Modehauses Ramelow, hat vor zwei Jahren in Martin Brüchers Startup FASHION CLOUD investiert.

Die Kooperation lohnt sich seitdem für beide Seiten:

  • FASHION CLOUD nutzt zum einen die Branchenexpertise sowie das Netzwerk von Marc Ramelow und zum anderen die Filialen zur Produktvalidierung bei Neuentwicklungen.
  • Ramelow investiert in innovative Konzepte wie FASHION CLOUD und zieht daraus Learnings für sein eigenes Unternehmen. Dies ist aus seiner Sicht sinnvoller, als diese Investition in Unternehmensberater zu stecken.
  • Ein konkretes Beispiel der Zusammenarbeit ist die neue App Clara, die in der Filiale nicht vorhandene, aber vom Kunden gewünschte Ware direkt beim Lieferanten ordern kann.
  • FASHION CLOUD konnte die App bereits während der Entwicklung in Ramelow-Geschäften testen und entsprechend der Erfahrungen optimieren.
  • Ramelow konnte innerhalb von fünf Monaten über 1.000 Bestellungen über die App tätigen und auf diese Weise die Kundenzufriedenheit steigern.